Gemeindechronik

der Evangelisch-methodistischen Kirche

in Langenau

mit Baubericht der Christuskirche (Baujahr 1952)

body_chronik_clip_image002_0000

Die Anfänge der Evangelischen Gemeinschaft in Deutschland

Mitte des 19. Jahrhunderts kehrten deutsche Auswanderer von Amerika zurück, die dort zur Evangelischen Gemeinschaft gehörten. Diese kirchliche Gemeinschaft ging aus einer Erweckung unter den deutschsprachigen Siedlern der Vereinigten Staaten von Nordamerika hervor. Einige dieser Rückkehrer wurden evangelistisch aktiv und hielten sogenannte Erweckungsversammlungen. Einer von ihnen war Sebastian Kurz, der in Bonlanden regelmäßige Versammlungen hielt. Auch andere Gruppierungen innerhalb Deutschlands erkannten immer mehr die Notwendigkeit eines „Evangelisationswerkes“ und dies bestärkte die amerikanische Leitung (die Ostpennsylvanien Konferenz) darin, zusammen mit anderen Gruppierungen eine Mission in Deutschland zu beginnen. Im Jahre 1850 wurde Johann Conrad Link als Missionar nach Deutschland ausgesandt und er begann im Januar 1851 von Bonlanden aus im Großraum Stuttgart mit seinem missionarischen Wirken. Der Fortbestand der jungen Deutschland-Mission war mehrfach stark gefährdet. Insbesondere von Seiten der Amtskirche wurden Schritte unternommen die Mission zu unterbinden. Einmal konnte Conrad Link seine Ausweisung aus Deutschland nur mit Hilfe des amerikanischen Konsuls verhindern. Die junge Mission fand aber auch innerhalb der Amtskirche, meist von Seiten einzelner Pfarrer, große Unterstützung und wurde gerne gesehen, als eine Belebung für den christlichen Glauben. Die Mission hatte in ihren Anfängen nicht das Ziel neue Gemeinden oder gar eine eigene Kirche zu gründen, sondern sie wollten: „zur Förderung des Reiches Gottes und des Heils teuer erkaufter Seelen“ wirken. Im Laufe der Jahre entstand aber ein Bewusstsein dafür, dass die Bildung von Gemeinschaften diesem Zweck sehr hilfreich wäre. Die junge Mission fand in der Bevölkerung großen Zuspruch. Bereits 1859 umfasste sie 40 Predigtplätze und die Prediger konnten nicht allen Einladungen folgen. Am 24. Februar 1865 traten die Prediger und Gehilfen zur ersten Tagung der „Deutschland-Konferenz der Evangelischen Gemeinschaft“ zusammen. Dieser Schritt bedeutet eigentlich die Begründung einer neuen Kirche in Deutschland, auch wenn dies von den beteiligten Personen nicht als ein solcher Schritt verstanden wurde. Die einzelnen Gemeinschaften waren nun zu einem eigenen Verband zusammengeschlossen und es bildeten sich zunehmend Gemeinden, die nach dem amerikanischen Vorbild organisiert wurden.

Die Evangelische Gemeinschaft kommt nach Langenau

1861 wurde das „Arbeitsfeld“ auf die Ostalb ausgedehnt. Im selben Jahr erreichte die Bewegung auch Langenau und so markiert dieses Jahr den Beginn der Evangelischen Gemeinschaft in Langenau. Der amerikanische Missionar J.P. Schnatz berichtete noch im selben Jahr: „Es kommen selbst aus dem Bayrischen, wo noch so wenig Religionsfreiheit ist, Leute herüber und wohnen in Langenau der Versammlung bei.“ Im Jahre 1868 wurde Langenau in die Liste der Predigtplätze der EG aufgenommen, so dass es ab dieser Zeit regelmäßige gottesdienstliche Zusammenkünfte gab. Ab 1876 gehörte Langenau zum Bezirk Ulm. Die Stadt Ulm war bereits 1866 von Göppingen aus zum „Arbeitsfeld“ geworden und wurde 1876 zu einem eigenen Bezirk. Dieser umfasste neben Ulm und Langenau noch die Orte Asselfingen, Biberach, Machtolsheim und Merklingen. In einer Gliederliste aus dem Jahre 1878 stehen sechs Namen: Johann Zipperer, Appolonia Zipperer, Angelika Schmid, Katharine Meier, Margarete Baier und Anna Banzhaf.

body_chronik_clip_image002_0001

Sonntagsschule um 1900 mit Mutter von B. Unseld

Im Jahre 1899 kam es zur eigentlichen Gemeindebildung, nachdem, wie es in einem Bericht aus jenem Jahre heißt: „das Werk eine herrliche Auflebung erfahren hatte“.

In den Jahren davor wurde die Gemeinde kleiner und es gab schon Überlegungen die Versammlung in Langenau aufzugeben. Die Gliederliste umfasste in diesem Jahr nur noch zwei Namen: Barbara Faul und Friedrich Alkemeier.

Der damalige Superintendent berichtet: „Im Jahre 1899 folgte Prediger Weißhaar (in Ulm). Dieser leutselige Mann wirkte im Segen. Besonders in der Privatseelsorge hatte er großen Erfolg. Er war den Leuten wie ein Vater und Berater. Ihm war es vergönnt, sehen zu dürfen, dass sich in Langenau, wo man die Versammlung fast aufgegeben hätte, neues Leben ersproß.“ Die Gemeinde hatte keinen eigenen Versammlungsraum und traf sich bis 1911 in Privathäusern. Zuletzt im Haus Lange Straße 72 bei Jakob Mack (heute Omnibus Weigelt). Für Evangelisationsveranstaltungen, die immer im Januar durchgeführt wurden und zu denen bis zu 100 Personen kamen, ging man aus Platzgründen in eines der Langenauer Gasthäuser.

Jungbauer errichtet Saal für die Evangelische Gemeinschaft

In den darauffolgenden Jahren wuchs die Gemeinde stetig an und es kam zunehmend der Wunsch nach einem eigenen Versammlungsort auf. Im Jahre 1910 verkaufte Nicolaus Schmid, in Langenau besser bekannt als „Junger Bauer“, seinen Hof an einen Juden und plante für sich ein Privathaus in der Lange Straße 78. Er selbst hatte durch notvolle Erfahrungen im christlichen Glauben Halt gesucht und diesen in der Gemeinschaft auch gefunden. Die verantwortlichen „Brüder“ der Evangelischen Gemeinschaft aus Ulm und Langenau kamen zu ihm und baten darum, doch den unteren Bereich seines Hauses nach den Bedürfnissen der Gemeinschaft zu bauen, was bedeutete, dass er einen Saal in sein Haus einbauen ließ.

body_chronik_clip_image004

Das Haus des „Jungen Bauern“ Lange Straße 78

Hinzu kam ein Predigerzimmer mit einer Übernachtungsmöglichkeit und einer Küche, so dass das ganze Erdgeschoss an die Gemeinschaft vermietet wurde und die Prediger, die oftmals auch Reiseprediger waren, eine Unterkunft hatten. Die Planung machte der damalige Stadtbaumeister. So erhielt die Gemeinde im Jahre 1911 einen eigenen Versammlungsort.

Die Geschichte der Gemeinde bis 1947

Doch auch danach ging es mit der Gemeinde mal auf und mal ab. In einem Bericht heißt es: „ In Langenau ging es durch gute und böse Zeiten. Im Sturmschritt ging es nicht voran, mit Ruhe, Fleiß und Ausdauer kamen wir aber dennoch vorwärts. Die Arbeit wird in der Zukunft nicht leichter werden. Unsere jungen Leute sind zur Mitarbeit nicht so willig, doch helfen einige Brüder treu mit imWerke des Herrn. Wir stehen hier unter besonderer Konkurrenz, ganz von Kirchen und Versammlungen umrahmt. Die Kirche (gemeint ist die Evangelische Kirche) ist gut organisiert und arbeitet fleißig.“

body_chronik_clip_image002_0002

Als der Junge Bauer Anfang der zwanziger Jahre verstarb, ging das Haus mit dem Saal der Gemeinschaft in den Besitz seiner drei Töchter (Marie Hornung, Dora Schmid, Babette Kurtz) über. Sie wohnten weiter im Haus und vermieteten weiterhin den unteren Saal an die Gemeinschaft. Dieser war mit einem Harmonium ausgestattet und bei Evangelisationen zwängten sich bis zu 100 Personen hinein.

 

Die Gottesdienste fanden mit Rücksicht auf die Evangelische Kirche immer am Abend oder Nachmittag statt. Wobei sich die zeitweilige Verlegung auf den Mittag nicht positiv auswirkte. Für die meisten Mitglieder der Gemeinschaft war es aber selbstverständlich, dass sie am Sonntag Vormittag den landeskirchlichen Gottesdienst besuchten. Auch der Zusammenhalt auf dem Gemeinschaftsbezirk Ulm war sehr groß. Große Tradition hatte das Himmelfahrtstreffen in Machtolsheim, das bis heute stattfindet. Ursula Fischer erinnert sich noch gut wie sie damals mit dem Fahrrad auf den Schotterwegen von Langenau nach Machtolsheim radelten. Besonders an das Jahr in dem die Autobahn gebaut wurde und noch nicht für den Verkehr frei gegeben war: „Do sen mr mit em Rad uf dr Autobah` gfahra, des war schee.

Die Gemeinde und das Gemeinschaftsleben entwickelten sich sehr gut. Es entstand ein Gitarrenchor, der bei Evangelisationen und in den Gottesdiensten sang.

body_chronik_clip_image004_0000

Die sonntäglichen Ausflüge im Kreise der Gleichgesinnten waren immer wieder ein schönes Erlebnis und auch die Bibelstunde war gut besucht. In der Tradition der Gemeinschaft spielte die kirchliche Unterweisung der Kinder eine besonders wichtige Rolle. So entwickelte sich auch in Langenau eine große Sonntagschule. Viele Unterstädter schickten ihre Kinder am Sonntag morgen dorthin. Oftmals kamen unter der Leitung von Martin Botzenhardt 80 bis 100 Kinder zusammen.

body_chronik_clip_image002_0003

Sonntagschule 1931

Andreas Hornung (Schwiegersohn des jungen Bauern und Vater von Barbara Feuerbacher) war Leiter der Kinderkirche in der Leonhardskirche. Bevor er aus dem Haus ging heizte er den Saal, richtete alles was nötig war her und dann ging er seine Kinderkirche vorbereiten. Seine Tochter Barbara war in der Sonntagschule und ging anschließend in die Kinderkirche um Ihren Vater beim Singen mit der Geige zu unterstützen. Das problemlose Miteinander wurde besonders zur Weihnachtszeit deutlich. Die Kinder von Sonntagschule und Kinderkirche erhielten zu Weihnachten eine Geschenktüte. Am Tag vor Heilig Abend trafen sich die Mitarbeiterinnen der Sonntagschule in ihrem Saal und die Mitarbeiterinnen der Kinderkirche in der Wohnung von Hornungs um die Tüten zu richten. Die Nacht vor der Bescherung verbrachten die Tüten dann im friedlichen Miteinander in Hornungs Schlafzimmer. Barbara Feuerbacher erinnert sich: „Es war eine schöne Zeit, auch wenn ich nicht immer wusste wohin ich eigentlich gehöre.“

Die NS-Zeit überstand die Langenauer Gemeinschaft relativ gut. Einer der direkten Nachbarn war zwar SA-Mann aber es gab keinerlei Repressalien, auch wenn die Gemeinschaftsleute nicht in der Partei waren. „Wir konnten immer in die Kirche gehen“ erinnert sich Babette Kreiß. Auch die Sonntagschule konnte immer abgehalten werden. Lediglich in den letzten Kriegsmonaten kam es zu Einschränkungen, da im Saal der Gemeinschaft ein Feldlazarett eines SS-Genesungsbataillions untergebracht wurde.

Schon in einem Missionsbericht von 1925 wird erwähnt, dass es dringend nötig wäre Langenau mit einem eigenen Prediger zu besetzen. Doch dauerte es bis in die Nachkriegszeit hinein dieses Vorhaben zu verwirklichen. 1947 beschloss die Jahreskonferenz die Orte Langenau und Leipheim von Ulm abzutrennen und zu einem eigenen Gemeindebezirk zusammen zu schließen. Bis dahin wurde die Gemeinde in der Seelsorge und Predigt von Ulm her betreut. Die Gemeinde war sehr dankbar, als sie 1947 mit Prediger Hermann Schwarz ihren ersten eigenen Prediger bekam, der im Wohnhaus der Gärtnerei Käppeler wohnen konnte.

body_chronik_clip_image002_0004

Die Familien von Prediger Hermann Schwarz und Wilhelm Käppeler vor dessen Haus

Dieser widmete sich stark der Arbeit im Chor, so dass ein stattlicher Chor zusammen kam. In den Jahren 1947/48 wuchs die Gemeinde durch einige fruchtbare Evangelisationen stark an und der angemietete Saal in der Lange Str. 78 wurde zu klein. So berichtet Prediger Schwarz: „ Besonders für die Arbeit in Langenau wäre es eine wesentliche Erleichterung, schon um der Repräsentation nach aussen hin, wenn ein eigenes Gemeindeheim erstellt werden könnte. Dieses Ziel muss man mit allen Mitteln zu erreichen suchen, damit sich das Gemeindeleben entfalten kann. Bei besonderen Veranstaltungen erweist sich der vorhandene gemietete Gottesdienstraum stets als zu klein. So kam es vor, dass bei einer Feier Besucher wieder umkehren mussten, weil sie keinen Platz mehr fanden.“

Ungünstig für dieses Vorhaben und das Gemeindeleben wirkte es sich aber aus, dass Prediger Schwarz den verwaisten Gemeindebezirk München zusätzlich betreuen musste und oft tagelang, manchmal wochenweise in München weilte. Er selbst konnte das Vorhaben nicht in die Wege leiten, doch richtete er einen Baufond ein, dem 1948 bereits 3.000,- Reichsmark zuflossen, die nach der Währungsreform leider wertlos waren.

Das Verhältnis zur evangelischen Landeskirche

Zunehmend entwickelte sich innerhalb der Gemeinschaft ein Bewusstsein dafür, selbst „richtige“ Kirche zu sein. Dies wurde auch durch den Zustrom von katholischen Flüchtlingen nach Langenau begünstigt. In der Stadt musste ein Bewusstsein dafür entstehen, dass es auch in Langenau „andere“ Kirchen gab. Dies fiel in der Folgezeit einigen evangelischen Pfarrern nicht leicht. Als 1946 einige Langenauer aus der Landeskirche austraten, um in die Gemeinschaft einzutreten, kam es zu ersten Missstimmungen in dem bis dahin sehr guten und konkurrenzlosen Miteinander.

Zwar nahm die Gemeinschaft noch einige Zeit Rücksicht auf die Belange der Landeskirche, doch tat sie dies eher aus eigenem Interesse. Prediger Schwarz schreibt in seinem Missionsbericht von 1948: „Das Wort tat seine Wirkung. Dies zeigt sich sichtbar auch darin, dass auf dem an sich kleinen Gemeindebezirk 11 neue Glieder aufgenommen werden konnten, nebst aufgenommenen Freunden.

Das ist umso beachtenswerter, als sich viele um des bestehenden Vertrages willen mit der Landeskirche nicht entschließen können, aus dieser auszutreten, um Glieder der Evangelischen Gemeinschaft werden zu können.

body_chronik_clip_image004_0001

So wertvoll es ist, im Blick auf die kirchliche Zugehörigkeit eine klare Haltung einzunehmen, fällt es doch in ländlichen Gemeinden schwer, den Austritt aus der Landeskirche zu vollziehen. Die Möglichkeit als Freunde aufgenommen zu werden ist doch nur eine Notlösung. Darum können wir auch den Hauptgottesdienst bis auf weiteres nicht auf den Vormittag legen. Vormittags finden sich fast ausschließlich nur die Gemeindeglieder ein, während die am Abendgottesdienst teilnehmenden Freunde vormittags den landeskirchlichen Gottesdienst besuchen. Das zu ändern fällt auf ländlichen Bezirken schwer. Darum haben wir vormittags Bibel- und Gebetsstunde und abends Predigtgottesdienst.“

Das neu entstandene Konkurrenzdenken trieb nun so manch unschöne Blüte. So kam es vor, dass bei Beerdigungen nicht mehr die Glocken geläutet wurden, wenn der Prediger der Gemeinschaft diese hielt.

Ein Geschehen aus Machtolsheim macht die Situation deutlich.
Barbara Wagner (Enderles Bäbele), die oft bei Evangelisationen der Prediger für einige Wochen nach Langenau mitkam, „weil sie das Einladen der Leute so gut verstand“, wurde vom dortigen Pfarrer beerdigt. Doch hatte der Pfarrer das Läuten untersagt. Der Bauer, dem die Verstorbene jahrelang treu gedient hatte, konnte das aber nicht verstehen. Er stieg mit seinen Knechten über die Kirchenmauer, brach die Türen auf und hob an, mit allen Glocken zu läuten. „Die Leute freuten sich darüber, und der Pfarrer musste eine gute Miene dazu machen.“ Solche und andere Erlebnisse zeigten, dass die Leute der Gemeinschaft in der Bevölkerung anerkannt und beliebt waren. Sie galten als ehrlich und freundlich. Wer bei ihnen um Hilfe ersuchte wurde nie abgewiesen.

body_chronik_clip_image006

Sonntagsausflug der Jugend ins Donaumoos mit Prediger Ernst Meyer

Der Weg zu einem eigenen Gotteshaus

Das Anliegen von Prediger Schwarz, das er in seinem Missionsbericht von 1948 benennt, wird bereits 1949 in einer gemeinsamen Sitzung mit dem Kirchenbezirk Ulm aufgenommen. Der Bau eines Gemeindehauses wird als vordringliche Missionssache angesehen und es wird beschlossen, dass die Gemeinden des Ulmer Gemeindebezirks Langenau in seinem Bauvorhaben auf das kräftigste unterstützen sollen. Vielleicht war dies einer der Gründe, warum die Jahreskonferenz 1949 die beiden Bezirke wieder zusammenschloss.

Es wurden nun Bausteine im Wert von 1,- 2,- 5,- und 10,- Mark gedruckt und verkauft und die Gemeindeglieder wurden gebeten zinslose Darlehen zu geben. Im Sommer 1949 wechselte Prediger Schwarz nach Geislingen/Steige und es kam E. Meyer nach Langenau. Der Bauunternehmer Matthäus Ostertag (Klassenführer der Gemeinde) trieb die Sache mit den Verantwortlichen nun voran und stellte in der Vierteljährlichen Konferenz vom 28. April 1950 den Antrag zum Kauf eines Bauplatzes. Die Konferenz nahm den Antrag an und beauftragte den Gemeindeprediger ein entsprechendes Gesuch an die Kirchenleitung zu stellen. Deren Bauausschuss genehmigte das Gesuch und am 20. Oktober 1950 wurde der Kauf des Platzes in der Karlstraße rechtskräftig abgeschlossen. Diesen hatte die Firma Storer bisher von einer Familie Süssmuth gepachtet und darauf eine Nutriafarm betrieben.

Im Frühjahr 1951 bekräftigte der Prediger Otto Wißt die Dringlichkeit des Bauvorhabens für die Gemeinde, die inzwischen 46 Glieder und 5 Freundesglieder zählte.

Es wurden nun die Planungen in Auftrag gegeben und im Juni 1951 wurde die Planung des Architekten Carl Baur aus Langenau der Kirchenleitung zur Genehmigung vorgelegt. Diese genehmigte den Bau mit dem Vorbehalt: „dass keinerlei kirchliche Mittel zur Verfügung gestellt werden können.“ Matthäus Ostertag stand nun der schwierige Gang bevor, den Saal in der Lange Straße, der für die Gemeinschaft erbaut worden war, zu kündigen.

Das Stadtbauamt schlug noch vor, dass die Gemeinschaft den nördlichen Teil des Grundstückes gegen einen gleich großen Teil auf der Ostseite eintauschen solle, damit die Ostseite der neuen Kirche nicht verbaut werden könne. Dieser Vorschlag wurde angenommen. (Auf dem Grundstücksteil wurde 2001 der Anbau erstellt).

Am 15. Dezember 1951 wurde der Bau der Christuskirche anhand von Plänen des Architekten endgültig beschlossen. Der Kostenvoranschlag der Kirche mit Wohnhaus belief sich auf 71.000,- DM. Es wurde vom Gemeindeprediger Otto Wißt auch ein Finanzierungsplan vorgelegt, für dessen Einhaltung er in den nächsten Monaten selbst kräftig sorgte.

body_chronik_clip_image008

Nun bekamen auch die Langenauer mit, dass der Bau einer neuen Kirche anstand. Die Grundstimmung der Langenauer Bevölkerung nimmt Gottlieb Fink in seinem Gedicht zum Bau der Kirche auf:

„En Langenau do geits was nuis

drom sait dui Ursche zu dera Luis,

hosch au schau ghairt was i dir sag

-des schwätzet dLeut schau acht Dag-

jetzt wird naumol a Kirch hia baut

i hau schier meine Oahra et traut.

Do ka i nemme, sait dui Luis,

naumol a Kirch, au des no voll,

sen doch am Sonndeg dia andre et voll.“

Der Bau der Christuskirche ging gut voran. Bauunternehmer Matthäus Ostertag stellte das Werkzeug und besorgte die Materialien, sein Vorarbeiter Andreas Unseld, der auch zur Gemeinschaft gehörte, war der Kapo auf dem Bau. Ansonsten waren es Gärtner, Küfer und Schlosser, die den Rohbau in völliger Eigenleistung erstellten. Bereits am Ostermontag konnte unter zahlreicher Beteiligung des ganzen Gemeindebezirkes die feierliche Grundsteinlegung vorgenommen werden.

Fink dichtet:

„Ond jetzt kommt au dear groasse Dag

dean kois von os vergessa mag

dGrondsteilegong ischt des gwea

do hots viel Leit ond Freud au gea;

mr hot do betet ond gsonga au

om Beistand bittet fir da Bau.

Dr Kapo ischt schier zom Bedaura

dear muess dui Kapsel jetzt eimaura

ond dass mers schbäder no seah ka

wird elles gfilmt, au jederma.“

Die Gemeinde packte kräftig mit an. Nicht nur die Männer, auch die Frauen halfen tatkräftig mit. So konnte es sein, wenn Babette Kreiß von der Frühschicht nach Hause kam sagte ihre Mutter: „Du, der Prediger Wißt war da, du sollst heute Mittag zum Bau kommen, es sind wieder neue Steine da, die man hinauftragen muss.“ Und wie überall, wo viel ehrenamtlich gemacht wird, hätten es mehr Helfer sein können und das Lob fiel manchmal spärlich aus. Doch alle die mithalfen freuten sich am Fortschritt des Baus.

Auch die Langenauer Bevölkerung nahm sehr positiv Anteil am Baugeschehen. So erinnert sich Babette Unseld daran, dass der Viehhändler Knoll des öfteren eine große Schinkenwurst für die Bauleute spendete.

Die Gemeinde Langenau wurde nach dem Wegzug von Prediger Schwarz von den 2. Predigern des Ulmer Bezirkes betreut.

Im Sommer wurde Siegfried Deiß als 2. Prediger nach Ulm versetzt. Dieser war Flugzeugbauer von Beruf und so konnte man seine handwerklichen Fertigkeiten gleich gebrauchen. In der Werkstatt der Zimmerei Hillmann in Pfuhl fertigte er den Abendmahlstisch, die Kanzel, die Kirchenbänke und die Kirchentüre.

body_chronik_clip_image010

Pastor Siegfried Deiß mit der von ihm gefertigten Kirchentür

Er selbst erinnert sich: „Das musste ich alles nebenher machen, da wurde kein Predigtdienst erlassen. Manchmal fuhr ich direkt von der Werkstatt mit dem Fahrrad zu einer Bibelstunde. Und das bei jedem Wetter. Es war eine harte Zeit für mich.“

Für die Erfüllung des finanziellen Haushaltes sorgte der Prediger und der Kapo. Ersterer ging zu den Leuten, wenn wieder Geld benötigte wurde und bat um weitere Spenden. Andreas Unseld dagegen ermahnte seine Leute, auch jeden halben und viertel Stein zu verbauen, man müsse sparen.

Bald schon kamen die Zimmerleute der Pfuhler Firma Hillmann auf die Baustelle. Gerhard Hillmann, der damals Lehrling bei seinem Vater war, blieb gar für einige Wochen ganz in Langenau, um auf dem Bau zu helfen. Die Zimmerleute bauten auch ein kleines Türmchen, denn schließlich sollten die Leute sehen, dass es sich um eine Kirche handelt. Manche wollten gar eine Glocke haben, doch diese wurde nie eingebaut und war wohl auch nicht vorgesehen.

body_chronik_clip_image002_0005

Gerhard Hillmann, Pastor Siegfried Deiß
und zwei Gesellen (von unten nach oben)

Es nahte der zweite große Tag, das Richtfest. Wieder wurde groß gefeiert und auch für alle Bewahrung gedankt. Schließlich hatten die Bauleute einen Sturz vom Gerüst und zwei Stürze von der Mauer ebenso gut überstanden, wie Fehltritte in offene Gräben und herunterfallende Speiseimer. Bald schon wurde das Dach gedeckt und die Langenauer sahen den größten Baueinsatz, der je an einem Tag an der Christuskirche geleistet wurde. Der Dichter erwähnt in seinem Gedicht, dass 70 Helfer gekommen waren um das Dach an einem einzigen Tag komplett zu decken. Sie kamen von allen Gemeinden des Ulmer Bezirkes und vom Nachbarbezirk Heidenheim, um „die Platten in die Hand zu nehmen“.

„Von onda na bis nauf en Firschd

ischt dKette gwea, wia bei de Wirschd,

sogar am Dach no dieba na

ond gfalla isch koi Platt et ra.

Dr Doone no, dr Kihnschd doch ischt

macht vor drei Handschtand offem Firschd.

Bald freit sich jedes, au dia Bua

dr Obed kommt, dees Dach ischt zua.“

body_chronik_clip_image006_0000

Danach wurde der Einweihungstermin auf den 1. Advent 1952 gelegt. Nun hieß es auf Termin arbeiten. Damit der Bau rechtzeitig fertig wurde nahmen immer einige Gemeindeglieder Urlaub. Nun sprachen alle vom „Termin“. „Am aischt Advent ischt dear dahin.“ Selbst Prediger Wißt legte nun zeitweise mit Hand an.

Um dem Gebäude noch mehr kirchlichen Charakter zu geben wurden bunte Fenster mit Bleiverglasung eingebaut und die Giebelseite bekam ein rundes Glasfenster.

Als die Ulmer das Elektrische gelegt hatten und man Licht hatte, konnte nun auch nachts gearbeitet werden. Oft wurde es 11 Uhr und am Ende auch mal 0.30 Uhr bis der Kapo das Licht ausmachte. Nach nur 10 Monaten Bauzeit und über 8500 freiwilligen Arbeitsstunden war der erste Bauabschnitt, die Kirche vollendet und das Wohnhaus im Rohbau erstellt. Wie geplant, konnte die Christuskirche am 1. Advent 1952 eingeweiht werden.

Und so war der dritte große Tag gekommen. Am 30. November 1952 wurde die Christuskirche durch Superintendent G. Zaiser eingeweiht. „Aus der Stadt und aus den Bezirksorten hatte sich eine große Gemeinde zur feierlichen Schlüsselübergabe und zum anschließenden Hauptgottesdienst zusammengefunden. Mit Worten herzlichen Dankes und bester Segenswünsche überreichten die Herren Carl Bauer, Architekt, und Matthäus Ostertag, Bauunternehmer, den Schlüssel dem Vertreter des Landesverbandes der Evangelischen Gemeinschaft, Herrn Superintendent G. Zaiser.“

Nach dem Festgottesdienst und der Weihe der Kirche auf den Namen „Christuskirche der Evangelischen Gemeinschaft“ zogen die Kinder der Sonntagschule vom alten Gemeindesaal aus und in die Christuskirche ein und hielten die erste Sonntagschule im neuen Gotteshaus. Am Nachmittag bei der Festfeier hielt Prediger Schwarz, der durch seinen Missionsbericht einen deutlichen Impuls für den Bau des Gotteshauses gegeben hatte, die Predigt. Er betonte auch den Glaubensmut und die missionarische Entschlusskraft der Gemeinde, die zu diesem wichtigen Schritt geführt hatte.
Der Dichter schließt:

„Dees war a Fäschd, s`war wirklich nätt

trotz dem Reaga ond ellem Drägg.

Dreimol ischt mr en dKirch do ganget

ond doch hot am Middag dr Platz et glanget,

dLeit heant sich drickt, ond viel send gschdanda,

s hot wirklech kois mai kenna landa.

Viel hot mr gredet, gschbielt ond gsonga

s ischt ond hot fei guet au klonga,

doch elles war zu Gottes Ehr.

Au was mr allgemein hot gheert,

von Mond zu Mond, dui Kirch ischt schee,

dees Lob gilt ons, weil’s mier heant gmacht

mit Gottes Hilfe Daag ond Nacht.“

Bereits am 4. Dezember fand ein Weihnachtsbazar zugunsten des Baues, verbunden mit einem Gemeindeabend statt, bei welchem ein Film über den Bau der Kirche gezeigt wurde (Leider ist dieser Film heute verloren).

Nach der Fertigstellung des Predigerwohnhauses und der Außenanlagen zog Prediger Immanuel Dauner am 1. Juli 1954 ein. Am 1. September war dann auch die obere Wohnung fertig gestellt und Sebastian Kehrle konnte als Kirchendiener die Wohnung in Bezug nehmen. Die Miete betrug monatlich DM 45, wovon ihm DM 20 für den sogenannten Saaldienst wieder erlassen wurden.

Das Gemeindeleben in der Christuskirche

Das rege Gemeindeleben hatte nun auch den Raumbedarf zur Verfügung, der von Nöten war.

Auch zu großen Festen hatte die Gemeinde nun ausreichend Platz, um allen Gästen eine Sitzgelegenheit zu bieten. Bereits am 22. März 1953 wurde die erste Konfirmation in der Christuskirche gefeiert.

body_chronik_clip_image002_0006
Prediger Otto Wißt, Inge Käppeler, Hans Preißing
und Reinhold Ostertag nach der ersten Konfirmation
in der neuen Christuskirche am 22.03.1953

In der nun stetig leicht wachsenden Gemeinde wünschte man sich schon seit einiger Zeit einen Posaunenchor, jedoch blieb es lange bei den Vorstellungen: wie es wohl wäre ....

body_chronik_clip_image005
Gemeindeausflug nach Oberelchingen mit Prediger Goll

Als Wilhelm Käppeler jun. von 1955 bis 1956 zu einer Weiterbildung in Nürtingen weilte, trat er dem Posaunenchor der dortigen Gemeinschaft bei und entschloss sich, auch in Langenau, einen Posaunenchor zu gründen. Seine Begeisterung steckte auch andere an und mit Hilfe eines von ihm aufgestellten Finanzierungsplanes über DM 2.400,- konnten ausreichend Instrumente beschafft werden. Bereits am 15. April 1956 konnten die Instrumente in einer Weihefeier dem Posaunenchor übergeben werden.

body_chronik_clip_image002_0007

Als nur 7 Wochen danach Wilhelm Käppeler jun., der Vorsitzende des noch jungen Posaunenchores und Theodor Ostertag, der 1. Trompeter, bei einem Motorradunfall tödlich verunglückten bedeutete dies einen herben Schlag für die begonnene Arbeit.

Sebastian Kehrle übernahm nun die Leitung des Chores und übte fleißig mit den „jungen“ Bläsern. Am 7. Oktober, zum Erntedankfest, überraschte der Posaunenchor die Gemeinde mit seinem ersten öffentlichen Auftreten und sorgte für eine besondere Freude in der Gemeinschaft.

In einer adventlichen Feierstunde am 2. Advent 1956 waren es 12 Langenauer Bläser, die gemeinsam mit dem Nürtinger Posaunenchor zum Lobe und zur Ehre Gottes musizierten.

In der Folgezeit spielte der Posaunenchor in regelmäßigen Abständen im Gottesdienst und gab manches Ständchen zu runden Geburtstagen. Vor Evangelisationen wurde eine halbe Stunde lang „zum Wort geblasen“, 1957 gar vom Kirchturm der Martinskirche.

 

Erinnerungen an frühere Erntedankfeste

Ein anderer wichtiger Gottesdienst neben Karfreitag und Ostern ist der Gottesdienst zum Erntedank.

body_chronik_clip_image004_0003

Am Sonntagmorgen empfing die Gemeinde ein üppiger Erntedanktisch, der den gesamten „Altarraum“ einnahm. Man konnte sich an den reichhaltigen Erntedankgaben nicht genug satt sehen. Der Dank gegenüber Gott fand im fröhlichen Erntedank-Gottesdienst und dem besonderen Erntedankopfer seinen Ausdruck.

Doch was machen, mit den Erntedankgaben, wenn das Erntedankfest vorüber ist?

Es war Tradition, dass sich die Gemeindeleute – die zum Teil mit Handwagen ankamen – zur Versteigerung des Erntedanktisches trafen.

body_chronik_clip_image006_0001

Der Auktionator, Wilhelm Käppeler sen., hatte die Aufgabe große Mengen von Obst, Gemüse und Lebensmittel zu versteigern. Die angebotenen Früchte stießen auf großes Interesse. Seltene Köstlichkeiten, wie Weintrauben, ließen die Gebote in die Höhe schnellen.

Auch „Krautsköpfe“, Kartoffeln und Zwiebeln fanden reißenden Absatz. Der absolute Höhepunkt
war die Versteigerung von Kuchen und Torten. Diese wurden nicht ganz, sondern Stückchenweise abgegeben und an Ort und Stelle verzehrt.

body_chronik_clip_image002_0008

Kaum vorstellbar war, dass nach ungefähr zwei Stunden die gesamten Erntedankgaben ihre Käufer gefunden hatten und ein schöner Geldbetrag der kirchlichen Arbeit zugute kam.

body_chronik_clip_image003_0000

Die Jungschararbeit, mit der Kinder inner- und außerhalb der Gemeinde erreicht wurden, war über die Jahre immer eine wichtige Aufgabe,

body_chronik_clip_image002_0009

die unter anderem von Reinhold Ostertag, Hermann Unseld, Sibylle Kutter, Johannes und Monika Unseld, Johannes Schilling, Conny Lorz, Rüdiger Leng bis heute mit Christoph Bauder, Werner Mienert, Franziska Uhrmacher und Birgit Rohrmeyer wahrgenommen wurde und wird.

Neben Spiel und Spaß im Freien, Zeltlagern in den Pfingstferien usw., wurden auch Krippenspiele einstudiert und der Gemeinde vorgeführt.

body_chronik_clip_image005_0000

 

Die Vereinigung mit der Methodistenkirche zur Evangelisch-methodistischen Kirche

Die Evangelische Gemeinschaft und die Methodistenkirche verdanken ihre Entstehung einer Erweckungsbewegung, die im 18. Jahrhundert in England mit den Brüdern John und Charles Wesley ihren Anfang nahm. Die beiden Denominationen sind wie zwei Zweige an demselben Baum entstanden, an dem noch etliche andere Zweige hängen. Anfang des 20. Jahrhunderts wuchs das Bewusstsein für die starken Parallelen zwischen den beiden Kirchen, deren Wachstums- und Ausbreitungsprozesse sich über hundert Jahre fast miteinander decken.

Die Zusammenarbeit der beiden Kirchen nahm stetig zu und so kam es 1968 zur Vereinigung der beiden weltweit tätigen Kirchen. Die Übereinstimmungen in allen wichtigen Glaubenssätzen und in den Grundelementen kirchlicher Organisation, sowie das gemeinsame Erbe und die schon praktizierte Zusammenarbeit führten zu diesem Schritt. Der Name „United Methodist Church“ darf in den nichtenglisch sprechenden Konferenzen mit Evangelisch-methodistische Kirche übersetzt werden. In ganz Deutschland einigte man sich nun auf die Berufsbezeichnung Pastor für die Geistlichen der EmK.

Renovierungsmaßnahmen, Umbau und Anbau

Die Gemeinde wurde im Laufe der Jahre zahlenmäßig etwas stärker und vergrößerte ihre Gruppenangebote. So wurde eine Erweiterung der Kirche als notwendig angesehen. Im Herbst 1983 beschloss die Bezirkskonferenz eine Erweiterung der bestehenden Kirchenräume um 400 cbm umbauten Raum, zu einem Kostenpunkt von ca. 120.000,- DM. Bis Mitte 1984 die konkrete Planung stand, hatte sich der Umfang des Anbaues auf 600 cbm umbauten Raum und DM 350.000,- erhöht. Dies war nur der erste Bauabschnitt. In einem zweiten Bauabschnitt sollte bis in zwei Jahren das Pastorenwohnhaus renoviert werden.

Die Gemeinde hatte in den vergangenen Jahren „nur“ Praktikanten oder Pastoren auf Probe, die oft nur ein Jahr in Langenau waren. Die Unzufriedenheit im Hinblick auf die Besetzung von Langenau und das damit verbundene Ziel einen „richtigen“ Pastor zu bekommen führten dazu, dass der zweite Bauabschnitt vorgezogen und im Umfang erweitert wurde. Im Jahre 1985 wurde das Wohnhaus grundlegend umgebaut und erweitert.

Um dem Bedarf für die Gruppen gerecht zu werden, wurden im Untergeschoss des Wohnhauses zwei Räume zu Gruppenräumen ausgebaut.

1994 wurde die Christuskirche 42 Jahre nach ihrer Erstellung erstmals in größerem Umfang renoviert. Das Dach wurde erneuert und die Fassade erhielt einen neuen Anstrich

1995 wurden die Kirchenbänke durch bequeme und vielseitig einsetzbare Stühle ersetzt, die bei-

spielsweise auch das gemeinsame Mittagessen erleichterten. 1996 kamen die neuen Tische dazu.

1997 war die alte elektronische Orgel defekt und konnte nicht mehr repariert werden. Mit einer neuen Ahlbornorgel erwarb die Gemeinde ein Instrument, das sowohl für die gute Gestaltung des Gottesdienstes, als auch für besondere musikalische Veranstaltungen geeignet ist.

Zunehmend wurde die räumliche Situation in der Christuskirche als unbefriedigend erlebt. Anzahl und Größe der Gruppenräume waren zu gering für das erweiterte Gruppenangebot. Die Atmosphäre in den Gruppenräumen und im kleinen Saal wurde als ausladend empfunden. Neben Überlegungen zur Innenrenovierung der Kirche gab es nun auch Überlegungen den 1985 zurückgestellten ersten Bauabschnitt, Anbau an die Christuskirche, umzusetzen. Im April 2000 wurde mit dem Um- und Anbau der Christuskirche begonnen.

body_chronik_clip_image002_0010

Nach dem Richtspruch von Tobias Unseld ging es zum Richtschmaus in den Rohbau.

body_chronik_clip_image004_0004

Nach 15-monatiger Bauzeit und wiederum über 5000 freiwilligen Arbeitsstunden wurde am 15. Juli 2001 die erweiterte und umgebaute Christuskirche durch Superintendent Harald Rückert eingeweiht (siehe Festschrift vom 15.7.01).

body_chronik_clip_image006_0002

An ihrem 50. Geburtstag ist die Christuskirche ein einladendes und zeitgemäßes Gotteshaus, in dem sich die Gemeinde und die Besucher sehr wohl fühlen. Heute bietet die Christuskirche mit ihrem mehr als ausreichendem Platzangebot, Raum für weiteres Gemeindewachstum.